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Walter Kardinal Kasper

Wikipedia (externer Link)

Prof. Walter Kasper war von April 1989 bis Mai 199 Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und maßgeblich an der Gründung und Entwicklung des Freundeskreis Mooshausen e.V. beteiligt und sein stetiger Förderer, wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Er ist selbst Mitglied und schrieb 1989 das Vorwort zu unserem Buch „Begegnungen in Mooshausen“.


Am 6. April 2017 konnte Kardinal Kasper den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe begehen.
Der Freundeskreis Mooshausen e.V. übermittelt ihm herzliche Glückwünsche für sein segensreiches Wirken als Priester in der Seelsorge, als Professor in Tübingen, als Bischof in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und als Kardinal in der Leitung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.
In unsere Glückwünsche einbezogen ist der Dank für seine Unterstützung und Förderung des Freundeskreises Mooshausen. In der 1989 veröffentlichten Publikation „Begegnungen in Mooshausen“ über die Geschichte des Pfarrhauses und die damit verbundenen Persönlichkeiten Josef Weiger, Romano Guardini, Maria Knoepfler und Maria Elisabeth Stapp gab er uns als damaliger Bischof von Rottenburg-Stuttgart in seinem Vorwort ein Geleit auf den Weg, das unsere Arbeit bis heute und auch in die Zukunft hineinträgt:
„So ist von Mooshausen einen Fülle spiritueller, theologischer, künstlerischer und menschlicher Anregungen ausgegangen. Die Diözese freut sich über den Besitz eines Hauses von solcher Ausstrahlung über viele Jahrzehnte hinweg: von der vorkonziliaren Aufbruchszeit der 20er Jahre an bis in die unmittelbare Gegenwart. Ich wünsche, daß die reichen Anregungen aus dem Mooshausener Pfarrhaus Beachtung finden und weiterwirken – um der Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation willen.“
Am 17. Juli 2011 hatte der Freundeskreis mit vielen Gläubigen die Freude, mit Kardinal Kasper den 100. Jahrestag der Priesterweihe von Pfarrer Josef Weiger in der Spitalkirche in Wangen feiern zu können. Vom Sonntagsevangelium ausgehend, in dem Jesus das Himmelreich als ständig vom bösen Feind bedrohten Acker beschreibt und von der Kraft des Senfkorns und des Sauerteigs spricht, ermutigte Kardinal Kasper: „Was ist dazu aus dem heutigen Evangelium zu lernen? Jesus will uns vor allem sagen: Das Reich Gottes ist im Kommen. Es wächst trotz aller Widrigkeiten und Widerstände, trotz aller Schwächen in den eigenen Reihen. Die Kirche  hat die Verheißung für sich, dass sie Bestand haben wird bis ans Ende der Zeiten. Die Gleichnisse wollen uns sagen: Habt keine Angst! Geratet nicht in Panik, wenn nicht alles so läuft wie ihr es erwartet Es wächst auch heute viel Gutes, auch wenn davon meist nichts in der Zeitung steht und nichts in der Tagesschau vorkommt.“



Vorwort von Walter Kaspar, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in „Begegnungen in Mooshausen“

Das Mooshausener Pfarrhaus stellt innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein einzigartiges bauliches und geistiges Dokument von großer Bedeutung für den Katholizismus in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts dar.

Seit Pfarrer Dr. h. c. Josef Weiger dieses Haus 1917 bis zu seinem Tode 1 966 bewohnt und es einer Vielzahl von Gästen und Ratsuchenden geöffnet hatte, haben sieh in dem großen spätbarocken Hause mit seinem weitläufigen schwäbischen Pfarrgarten Gespräch und Austausch von Herz und Geist, dichterisches und bildnerisches Werk, Freundschaften und bewegende Abschiede ereignet.

Die Klöster Beuron und Ottobeuren waren von Anfang an, vor allem in den Besuchen von Pater Placidus Pflumm OSB und Abt Vitalis Maier OSB, gegenwärtig, nicht weniger aber auch in der jahrelangen Korrespondenz und überhaupt im benediktinischen Geist des Hausherrn selbst, der ehemals Novize in Beuron war. Die große, bis heute nicht ausgeschöpfte Gestalt John Henry Newmans begleitete die Gespräche der 20er und 30er Jahre; die «Briefe aus der katholischen Zeit seines Lebens« (erschienen 1931) wurden von der ungewöhnlich begabten Haushälterin Maria Knoepfler, Müllerstochter aus Wangen im Allgäu, übersetzt. Seit 1917 ist das Pfarrhaus außerdem belebt, vielleicht könnte man sogar sagen: durchtränkt von den Gesprächen Pfarrer Weigers mit Romano Guardini, seinem Tübinger Studienfreund, dein er dann von 1943 bis 1945 dauernden Schutz gewährte vor dem Bombardement von Berlin. Diese tiefe und seltene Freundschaft und der geistige Austausch bis ins hohe Alter ist wenigstens ahnungsweise aus Guardinis «Briefen an einen Freund« (postum erschienen 1976) zu entnehmen. Zu dieser Zeit vor dem Konzil, das ohne zu hoch zu greifen – in der winzigen Zelle des Mooshausener Pfarrhauses mit vorbereitet und vorbedacht wurde, zählen zu den Besuchern und ständigen Anregern auch Joseph Bernhart, Pater Manfred Hörhammer und manchmal Ida Friederike Görres. – Die Bildhauerin Maria Elisabeth Stapp, der die Diözese vielfach anerkannte Arbeiten in Holz, Bronze, Ton und Stein verdankt, hielt das Haus bis 1988 lebendig. In München und in ihrer Großelternstadt Ravensburg beheimatet, richtete sie nach dem Krieg ein Atelier im Pfarrhaus ein und schuf dort bis zu ihrer Übersiedhang ins Altersheim eigenständige kirchliche Kunst.

So ist von Mooshausen eine Fülle spiritueller, theologischer, künstlerischer, menschlicher Anregungen ausgegangen. Die Diözese freut sich über den Besitz eines Hauses von solcher Ausstrahlung über viele Jahrzehnte hin weg: von der vorkonziliaren Aufbruchszeit der 20er Jahre an bis in die unmittelbare Gegenwart.

Ich wünsche der Ausstellung und diesem sie dokumentierenden Katalog, daß die reichen Anregungen aus dein Mooshausener Pfarrhaus Beachtung finden und weiterwirken – um der Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation willen.

Rottenburg. 27. Juni 1989

Walter Kasper


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