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Einführung in das liturgische Denken von Romano Guardini – März 2016


Pfarrer Marc Grießer referiert über Guardinis „Heilige Zeichen“ im Pfarrhaus Mooshausen (Bild: B.Theinert)


Bericht von Bernhard Theinert, mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Das substantielle Erscheinungsbild der katholischen Kirche im Focus der Mooshauser Guardini-Tagung 2016

„Vom Geist der Liturgie“

Pfarrer Marc Grießer aus Lorch ging den liturgischen Mysterien der katholischen Kirche auf den Grund. Was 2015 mit Guardinis „Weltanschauung“ begann, fand dieses Jahr am 12. und 13. März mit diesem, nun sehr speziellen liturgischen Thema seine Fortsetzung.

Welchen Zweck erfüllt die Liturgie (= der Gottesdienst) und ist sie überhaupt sinnvoll? Das war die zentrale Frage, die in diesen beiden Tagen umfassend behandelt wurde. Was in der Liturgie vollzogen wird, erfüllt keinen Zweck, trägt aber durchaus einen tieferen Sinn in sich: sie ist Offenbarung Gottes. Es gilt wohl für Schule und Liturgie gleichermaßen: sie nur an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten ist Praktizismus, der zu ständigem Absinken des Niveaus führt. Liturgisches Handeln ist immer auch gebetete Wahrheit, und nur aus dieser Wahrheit heraus kann der Mensch vernünftig handeln.

Auf unterhaltsame Weise und mit tiefgründigem Humor konnte Pfarrer Grießer, der mit großem Fachwissen und Leidenschaft das Auditorium in seinen Bann zog, die schon in den 1920er-Jahren zur Liturgie und ihren heiligen Zeichen verfassten Thesen Guardinis näher erläutern. Als Wegbereiter und Vordenker für das Zweite Vatikanische Konzil hatte dieser auch maßgeblichen Einfluss auf die Liturgiereform.

Liturgie ist Dasein des Menschen vor Gott, nicht etwas, was der Mensch selbst machen kann, wie mancher meint, wenn er darauf verweist, dass er auch im Wald beten kann. Nicht ich kann Gott begegnen, er kann nur mir begegnen – was geschieht, wenn wir dem Auftrag Jesu folgen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Der Mensch sucht nach Orientierung, nach Maßstäben, er sucht danach heil zu werden – er kann es nur in der Gegenwart Gottes.

Für Teilnehmer und Gemeindemitglieder gleichermaßen interessant und denkwürdig war der Abschluss des ersten Tages in Sankt Johann Baptist in Form einer Andacht, bei der Ulrike Krezdorn einem Guardini-Text zur richtigen Haltung in der Liturgie nachspürte, und von ihm übersetzte Psalmen singend gebetet zum Vortrag kamen. Eine Hommage der Scholaren an den großen Theologen und Vordenker.

Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ den Mit-Organisatorinnen, Frau Krezdorn (Pastoralreferentin in Ehingen) und

Elisabeth Prégardier (Freundeskreis Mooshausen e.V.), sowie den Herren der Schola Cantorum Lorchensis, die ihren Pfarrer, quasi als Vorgruppe für danach, ins Guardini-Weiger-Epizentrum begleitet haben. Die beiden Freunde waren dem Gregorianischen Choral sehr zugetan, was sich dann auch, umgesetzt durch die Schola, im Abschlussgottesdienst in der Mooshauser Kirche Sankt Johann Baptist hörbar niederschlug.

Nach dieser Tagung und ihren äußerst erhellenden Informationen über den tieferen Sinn und die eben ganz bewusst nicht zweckhaften Inhalte der Liturgie in der Kirche, waren die Teilnehmer wohl mit einer ganz anderen Haltung in die Eucharistiefeier gegangen, zu der auch die Mitglieder der dortigen Kirchengemeinde eingeladen und zahlreich erschienen waren.

Nun gilt es, auch kommende Generationen wieder mehr und mehr an diesen buchstäblich wunderbaren Schatz heranzuführen und ihn zu bewahren, gemäß dem von Guardini geschätzten und so außerordentlich gut auf die Liturgie zutreffenden Satz: „Das Schöne ist der Glanz der Wahrheit!“


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