Feiertagsgedanken 3. Juni 2021 - Fronleichnam


Kirche und Eucharistie

 

Liebe Leserin, lieber Leser, lieber Freundeskreis,

am heutigen Tag feiern wir das Fest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus. Es ist ein Tag der Freude an der Eucharistie. Das bleibende Zeichen Christi, welches Ursprung und Quelle allen christlichen Lebens ist und aus der die Kirche über die Zeiten hindurch immerfort lebt und wächst.

Papst Johannes Paul II. hat 2003 in seiner letzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ entscheidende Aussagen zum Wesen der Kirche in der Eucharistie gemacht, die ich mit diesem Artikel schlicht zusammengefasst als theologische Grundlage erwähnen möchte. Dabei gehe ich auf drei Punkte ein, die ich mit dem heutigen Fest verbinde:

Zuerst der Tag selbst, als ein Hochfest der Eucharistie, Christus vergegenwärtigt in Leib und Blut bei der Feier jeder Heiligen Messe.

Dann ein Festtag der Gemeinschaft, die wir Christus alle gemeinsam als getaufte Christen nachfolgen und uns in brüderlicher Einheit um seinen Altar versammeln. Des Weiteren ein Tag der Anbetung, an dem wir ihn in seiner leiblichen Gegenwart des eucharistischen Brotes betend anschauen und uns von ihm ansprechen lassen.

  1. Eucharistie: “Die Kirche lebt von der Eucharistie. Diese Wahrheit drückt nicht nur eine alltägliche Glaubenserfahrung aus, sondern enthält zusammenfassend den Kern des Mysteriums der Kirche. Mit Freude erfährt sie unaufhörlich, daß sich auf vielfältige Weise die Verheißung erfüllt: »Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28, 20). […] Aus dem Ostermysterium geht die Kirche hervor. Genau deshalb steht die Eucharistie als Sakrament des Ostermysteriums schlechthin im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Das sieht man bereits an den ersten Bildern für die Kirche, die uns in der Apostelgeschichte überliefert werden: »Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten« (Apg 2, 42). Im »Brechen des Brotes« ist die Eucharistie angedeutet. […] Die Eucharistie ist nicht nur eine Erinnerung an dieses Ereignis, sondern seine sakramentale Vergegenwärtigung.“ (Ecclesia de Eucharistia, 1./3./ 11.)
  2. Gemeinschaft: “Die Eucharistie ist die heilbringende Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft der Gläubigen und ihre geistliche Nahrung, sie ist das wertvollste Gut, das die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte haben kann. So erklärt sich die besondere Aufmerksamkeit, die sie dem eucharistischen Mysterium immer entgegengebracht hat; eine Aufmerksamkeit, die in verbindlicher Form in den Werken der Konzilien und der Päpste sichtbar wird. […] Die Gabe Christi und seines Geistes, die wir in der eucharistischen Kommunion empfangen, erfüllt in überreichem Maß die Sehnsucht nach brüderlicher Einheit, die im menschlichen Herzen wohnt. Zugleich hebt sie die Erfahrung brüderlicher Gemeinschaft, die der gemeinsamen Teilnahme am selben eucharistischen Tisch innewohnt, auf eine Ebene, die weit über der bloßen Erfahrung menschlicher Mahlgemeinschaft liegt. Durch die Kommunion am Leib Christi dringt die Kirche immer tiefer in ihr Wesen ein, in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit zu sein.“ (Ecclesia de Eucharistia, 9./24.)
  3. Anbetung: „Ohne Zweifel war die Liturgiereform des Konzils von großem Gewinn für eine bewußtere, tätigere und fruchtbarere Teilnahme der Gläubigen am heiligen Opfer des Altares. An vielen Orten findet die Anbetung des heiligsten Sakramentes täglich einen weiten Raum und wird so zu einer unerschöpflichen Quelle der Heiligkeit. […] Es ist schön, bei ihm zu verweilen und wie der Lieblingsjünger, der sich an seine Brust lehnte (vgl. Joh 13, 25), von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden.“ (Ecclesia de Eucharistia, 10./25.)

Wie wertvoll sind die Orte und Zeiten der stillen Anbetung, bei der man einfach mal sein kann. Es sind Momente der äußersten Fokussierung auf das Wesentliche, wo die Sinne auf Christus gelenkt werden und man mit ihm in eine harmonische Schwingung gerät, die Ruhe und Frieden schenkt.

Christus lädt uns ein ihn zu empfangen; geistig und leiblich tauchen wir ein in seinen Bund mit uns, in das „Mysterim fidei“.

Und wenn auch die Eucharistie ein Geheimnis des Glaubens ist, das unseren Verstand weit überragt, wird uns Maria Stütze und Wegweiserin sein, weil sie nämlich selbst ihren jungfräulichen Schoß für die Menschwerdung des Wortes Gottes dargeboten hat (vgl. Ecclesia de Eucharistia, 54./55.)  

Möge Maria, die Mutter der Kirche, uns dabei helfen zu erkennen was die Kirche wahrhaft ist: „die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche; Volk, Heiligtum und Familie Gottes; Leib und Braut Christi, beseelt durch den Heiligen Geist; allumfassendes Heilssakrament und hierarchisch gegliederte Gemeinschaft.“ (Ecclesia de Eucharistia, 61)

Manuel Hoppermann


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