Feiertagsgedanken, 1. April 2021 - Gründonnerstag


Gedanke zum Gründonnerstag (01.04.2021)

Christsein als Dienst

Das Evangelium, das wir am heutigen Gründonnertag hören, kennen wir seit vielen Jahren. Die Geschichte vom Sohn Gottes, der seinen Jüngern die Füße wäscht, hat sich vermutlich tief in unser Herz eingeprägt. Wir kennen die Jünger aus den biblischen Erzählungen, wissen um ihre Stärken und Schwächen. Nichts Menschliche war ihnen fremd: In ihren Herzen gab es Großmut, Treue und Glaubensstärke, aber auch Zweifel, Ängste und Verständnislosigkeit. „Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt,“ wird Paulus später im Korintherbrief schreiben. Niemand kannte die Schwächen der Apostel besser als Jesus Christus und doch machte er sich bei der Fußwaschung zu ihrem Diener. Ist es nicht unfassbar, dass der allmächtige, unsterbliche Gott in seiner Liebe zu uns Menschen in die Welt kam, um unser aller Diener zu werden, obwohl er um unsere mannigfaltigen Schwächen wusste? Müssen wir nicht im Blick auf die vielen Skandale in unserer Weltkirche und im Blick auf unser persönliches Leben, in dem wir oft weit hinter den Erwartungen Gottes zurückbleiben, mit dem Apostel Paulus unsere Schwäche bekennen? Doch Jesus fürchtet sich vor unserer Schwachheit nicht, sondern tritt durch unsere Ohnmacht voll verständiger Liebe auf uns zu, um uns die Füße zu waschen. Wenn aber unser Herr so handelt, darf auch uns keine Aufgabe zu schlecht sein, müssen auch wir Gott und den Menschen dienen. Zu diesem selbstlosen Dienst, vor dem wir instinktiv flüchten möchten, sind wir alle berufen. Auf diese Weise bleibt der uns längst bekannte Text vom Gründonnerstag eine bleibende Herausforderung.

Alex Lamprecht


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