Jahresübersicht 2007


— 2007 —

 

   

SEHNSUCHT NACH HEIMAT

 

aus dem 1976 von Maria Elisabeth Stapp geschaffenen Gedenkstein am Eingang der Pfarrkirche
Pfarrkirche Liebfrauen in Mengen
Foto: www.maxoberdorfer.de
  Motiv aus dem 1976 von Maria Elisabeth Stapp
geschaffenen Gedenkstein am Eingang der Pfarrkirche
 

Jubiläen und Gedenktage geben zumeist Anlaß, sich dem damit verbundenen Thema oder der Person näher zuzuwenden. Die Veranstaltungen des Freundeskreises seit 10 Jahren im Pfarrhaus von Mooshausen waren getragen von dem Wort Romano Guardinis:

„Das ist aller Gastfreundschaft tiefster Sinn,
daß einer dem andern Rast gebe
auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause.“

Das neue Jahresprogramm 2007 stellen wir unter das Motto „Sehnsucht nach Heimat“: Sind wir „nur“ hier zu Hause? Wohin zielt das Denken, Leben, Sehnen in einer letzten, uns selbst oft verborgenen Bewegung? Mit Novalis gesprochen: „Wohin gehen wir? Immer nach Hause.“
An zwei bedeutende Persönlichkeiten des deutschen Widerstandes, deren 100. Geburtstag wir begehen, erinnern wir in unserer Tagung im Oktober: Helmuth von Moltke (11. März) und Alfred Delp SJ (15. Sept.).
In der katholischen, wie in der evangelischen Kirche wird des 800. Geburtstages der hl. Elisabeth von Thüringen gedacht, deren Ausstrahlung ungebrochen bis in unsere Zeit hineingeht. Zu den Tagesveranstaltungen sind besonders die zu Mooshausen benachbarten Frauenverbände und Caritasgruppen eingeladen.
Böhmen bleibt auch 2007 ein wichtiges Thema. An die guten Erfahrungen der Studienreise durch Westböhmen August 2006 anknüpfend, geht es jetzt in die böhmische Lausitz.

 

 

  Besinnung zur österlichen Bußzeit:

22. März – 10.00 bis 16.30 Uhr

Biblisches Zeugnis der Frauen zur Passion und Auferstehung Jesu

In allen vier Evangelien wird immer wieder von den Frauen berichtet, die Jesus als Wanderprediger begleiten, die ihn und seine Jünger unterstützen und sicherlich auch beim Einzug in Jerusalem dabei waren.
Haben sie auch am letzten Abendmahl teilgenommen?
Die Evangelien berichten erst wieder von ihnen bei der Kreuzigung Jesu, als die Jünger mit Ausnahme von Johannes schon längst geflohen waren.
Die Frauen geben dem verstorbenen Jesus das Geleit zum Grab und kommen am
ersten Tag der Woche zurück, um den Leichnam zu salben. Engel aber verkünden ihnen die Auferstehung Jesu.
In der Begegnung mit dem Auferstandenen selbst erhalten sie den Auftrag, die österliche Botschaft den Jüngern zu überbringen, die sich aus Angst hinter Schloß und Riegel verbarrikadiert hatten.

An diesem Besinnungstag wollen wir miteinander die Evangelientexte betrachten und einen Blick werfen auf Maria Magdalena und Veronika. Letztere kommt nicht in den Evangelien vor, sie repräsentiert jedoch als Gestalt auf dem Kreuzweg in besonderer Weise „die Frau“.

Leitung der Tagung:
Elisabeth Prégardier (Oberhausen/ Rhld.)
Anne Mohr (Oberhausen/ Rhld.)

     

 

  24. März – 9.30 bis 16.30 Uhr

Zwei Europäerinnen – Ricarda Huch/Gertrud von le Fort

Ricarda Huch, geboren 1864, starb 1947, also vor nunmehr 60 Jahren. Gertrud von le Fort (1876- 1971) war zwölf Jahre jünger und nahm zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Ältere als moderne Frau und namhafte Schriftstellerin wahr, deren Werke sie neben denen von Agnes Miegel, Fontane und C.F. Meyer mit Begeisterung las. Wesentlich für ihre eigene Dichtung wurde besonders die Lektüre von Ricarda Huchs geschichtlichem Hauptwerk „Der Dreißigjährige Krieg“, ohne das le Forts Roman „Die Magdeburgische Hochzeit“ (1938) nicht zu denken wäre.
Ob Ricarda Huch die Jüngere so intensiv wahrgenommen hat, wie es umgekehrt der Fall war, ob es gar eine persönliche Beziehung gegeben hat, diese Frage läßt sich nicht ohne weiteres beantworten. Es gibt jedoch bei beiden Schriftstellerinnen ganz erstaunliche Parallelen im Lebenslauf, in der persönlichen Entwicklung und in der Thematik ihrer Werke, die näher zu betrachten sich lohnt.

Leitung der Tagung:
Cordula Koepke, Kiel
Dr. Antje Kleinewefers MA, Krefeld
Christine Vries, Bergisch-Gladbach

     

 

  Freitag, 20. April – 18.00 Uhr, bis Sonntag, 22. April – 12.00 Uhr

GOTT IST SCHÖN
Ein Seminar zum Schauen und Lesen

Schönheit ist einer der Namen Gottes. Ja: Schönheit ist ein Gottesbeweis. Davon war die Bibel von Anfang an überzeugt und erfüllt, später allen voran die östlichen Kirchenväter. Daher rührt noch heute die Pracht der orthodoxen Liturgie und der Wohllaut ihrer Gesänge. Der lateinische Westen stand dem keineswegs nach und hat in der Vielfalt der Kunst, der Architektur, der Musik immer neu versucht, dieser Schönheit zu huldigen.

In alten und neuen Texten, die wir in einem Lesebuch von den Psalmen bis zum 21. Jahrhundert zusammenstellen, spüren wir dieser Herrlichkeit Gottes nach. Da die Tagung im aufsteigenden Licht des Frühjahres stattfindet, betrachten wir vor allem das Licht als Symbol göttlichen Glanzes.

Und eine Besonderheit: Wir lesen nicht nur, wir sehen: In der nächsten Umgebung von Mooshausen werden wir eingehend die Reichskartause Buxheim betrachten. Dabei geht die Spanne zwischen dämonischer und göttlicher Anziehung durch Schönheit für den nachdenkenden Blick auf.

Die Referenten:
Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Dresden
Elisabeth Prégardier, Oberhausen
Dr. Markus Zimmermann, Freiburg

     

 

 

  Montag, 23. April bis Donnerstag, 3. Mai 2007

In den Blick genommen
Annäherungen an Elisabeth von Thüringen

In katholischen wie auch in vielen evangelischen Gemeinden und Gemeinschaften findet der 800. Geburtstag der jungen Landgräfin aus dem Mittelalter große Aufmerksamkeit.
Worin liegt das Geheimnis der Wirkung dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit bis in unsere Zeit hinein?

Elisabeth Prégardier und Anne Mohr haben sich seit Jahrzehnten mit der hl. Elisabeth beschäftigt und möchten aus ihren reichen Erfahrungen und Materialsammlungen Begegnungen zu diesem Thema in Mooshausen anbieten.

Zwei Formen der Begegnung stehen zur Verfügung:

1. Elisabeth-Tag
Dieser Tag ist besonders gedacht für Frauen- und Caritasgruppen mit Bildern, Texten und Gespräch.
Zeitlicher Vorschlag: Beginn: 10 Uhr im Pfarrhaus,
Abschluß um 16 Uhr in der Dorfkirche mit einer geistlichen Besinnung.
Für das Mittagessen steht das Gasthaus Hirsch am Ort zur Verfügung.
Zum Ablauf des Tages kann für jede Gruppe ein eigenes Faltblatt erstellt werden.
Besondere Wünsche werden gerne im Programm berücksichtigt.

2. Impuls-Werkstatt
Diese Begegnung richtet sich vor allem an solche Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die in ihren Gemeinden oder Gemeinschaften einen „Elisabeth-Tag“ ausrichten möchten.
Wichtig ist dabei auch der ökumenische Aspekt.
In gemeinsamer Überlegung werden Gestaltungselemente für einen solchen Tag zusammengetragen.
Hierzu stehen in Ansicht zur Verfügung: Bücher, Bilder, Texte, Lieder, Videos und Musik-CDs.
Einige Powerpoints sind schon erstellt und werden gerne weitergegeben.

Wählen Sie einen Tag zwischen dem 23. April bis 3. Mai 2007
und sprechen diesen mit uns ab! Tel. 0208/ 86 81 12

Ort: Altes Pfarrhaus von Mooshausen,
Weiger-Guardini-Straße 9, D-88319 Aitrach/ Mooshausen

     

 

  Freitag, 4. Mai 18.00 Uhr bis Samstag, 5. Mai 17.30 Uhr

Ist Klonen unethisch?

„Lasset uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis!“
So lautet der fulminante Satz im Schöpfungsbericht (Gen 1,27).
Jedoch: „Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!“
läßt Goethe den Aufrührer Prometheus gotteslästerlich sprechen.

Ist damit zum Klonen alles gesagt? Was ist überhaupt Klonen? Muß man unterscheiden zwischen dem Klonen von Pflanzen und Tieren einerseits und dem Klonen von Menschen andererseits?
Und kann man ethisch unterscheiden zwischen dem prokreativen Klonen von Menschen einerseits und dem therapeutischen Klonen von menschlichen Frühformen zugunsten kranker Menschen andererseits?
Es bedarf differenzierter Überlegungen, um zu politisch umsetzbaren Urteilen zu kommen.

Die Referenten:
Prof. Dr. phil. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
Lehrstuhl für Religionsphilosophie an der Technischen Universität Dresden
Prof. em. Dr. med. Hans-Bernhard Wuermeling
Ehem. Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg

     

 

  Musiktagung:

Freitag, 20. Juli 19.00 Uhr bis Sonntag, 22. Juli 12.00 Uhr

Incipit Lamentatio

Vertonungen der Klagelieder des Jeremias aus sechs Jahrhunderten

Im Tagzeitengebet der Karwoche bildet die Matutin, der frühmorgendliche Gottesdienst des Gründonnerstags, Karfreitags und Karsamstags seit jeher einen Gipfelpunkt liturgischer Kontemplation des Paschamysteriums Christi unter dem Zeichen von Leiden, Kreuzigung und Grabesruhe. Diese sog. „Trauermetten“ sind gekennzeichnet durch eine außerordentlich archaische Gestalt, die uns in älteste Zeiten der Entwicklung der römischen Liturgie zurückversetzt und gleichzeitig von großer Konzentration der theologischen Aussage.
Im Zentrum dieser reichen, atmosphärisch überaus dichten Feiern steht der Vortrag der Lamentationen des Propheten Jeremia samt den dazu gehörigen, aus neutestamentlichen Texten zusammengesteilten Responsorien.
Ab Beginn der Neuzeit bis weit ins 18. Jahrhundert hin ein haben zahllose Komponisten diese Texte auf häufig besonders eindrucksvolle Weise vertont; im 20. Jahrhundert entstanden, nun in der Regel nicht mehr für iiturgische Zwecke, einige weitere Werke auf Basis derselb en Texte.
Eine Reihe herausragender Vertonungen der Lamentationen und Responsorien aus verschiedenen Jahrhundert en soilen auf dieser Tagung gehört, näher betrachtet und hinsichtlich ihrer musikalischen Struktur und ihrer inh altlichen Aussage erschlossen werden. Außer Neugier auf grandiose Musik und ihre liturgischen Wurzeln gibt es keine weiteren Voraussetzungen für die Teilnahme.

Die Referenten:
Dipl. Theol. Martin Brüske, Fribourg
Michael Wersin M.A., Neusäß
Musikwissenschaftler, Sänger, Gesangspädagoge und Chordirigent

     

 

    13.-16. August

Studienreise „Via Sacra“ Nordböhmen und die Lausitz.
(Standort Bischof Benno-Haus Bautzen-Schmochtitz)

     

 

    30. August-2. September

Jahresversammlung der Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft
(in der Polit. Akademie in Tutzing)

     

 

  Historikertagung VI
Das Wort Gottes ist nicht gefesselt
Glaubenszeugen und Zeitzeugen 1944/1945 

Freitag, 5. Oktober, 19.30 bis Sonntag, 7. Oktober, 12.00 Uhr

Historiker Tagung

Freitag, 5. Oktober 2007

18.00 Abendessen

19.30 Uhr
Der Kreisauer Kreis und die Münchener Jesuiten.
Eine Betrachtung aus Anlaß des 100. Geburtstages von P. Alfred Delp SJ
Prof. Dr. Hans Maier

Samstag, 6. Oktober 2007

9.00 – 12.15 Uhr
Zeitzeugen berichten zu:
Marianne Hapig und Marianne Pünder / Hermann und Magda Pünder / Werner und Hedwig Pünder / Erich und Hedwig Klausener / Andreas und Anna Hermes / Walter und Charlotte Cramer / Ferdinand und Auguste von Lüninck / Bernhard und Grete Letterhaus / Nikolaus und Elisabeth Groß / Reinhold und Annemarie Frank / Erwin und Nelly Planck / Franz und Gertraud Sperr / Franz und Meta Reisert / Hans und Magdalene Lukaschek / Hermann und Berta von Lüninck

13.00 Uhr
Mittagspause

16.00 -18.00 Uhr
Das geistliche Profil Alfred Delps in der Zeit seiner Gefängnishaft
P. Dr. Martin Maier SJ

Das geistliche Profil der evangelischen Martyrer: Hermann Kaiser, Theodor Haubach, Helmuth J. von Moltke
Prof. Dr. Gerhard Ringshausen

Abendessen

19.30 – 21.00 Uhr
Romano Guardini und der Widerstand. Gedanken von Mooshausen aus
Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

anschließend Film:
Alfred Delp. Jesuit im Widerstand

Sonntag, 7. Oktober 2007

8.45 Uhr
Einladung zur Eucharistiefeier in der Dorfkirche

10.00 Uhr
Abschlußgespräch

12.00 Uhr
Ende der Tagung

     

 

 

Zum Rosenkranz
Eucharistiefeier in der Kirche von Mooshausen

Samstag, 27. Oktober , Beginn 14.00 Uhr,
Eucharistiefeier 19.00 Uhr in der Kirche von Mooshausen

„Der Rosenkranz ist eine uralte Andacht, die einen unabsehlichen Einfluß ausgeübt hat. Er ist vor allem dem gläubigen Volke teuer und gehört zu seinem Leben wie die Arbeit, die es verrichtet, und das Brot, das es ißt Sobald aber der Mensch in die Unruhe des Verstandes und in das Getriebe des modernen Lebens gerät, verliert er meistens das Verhältnis dazu. Dann hat ihm der Rosenkranz fürs Erste wirklich nichts zu sagen, und es wäre töricht, ihn zu irgend-etwas überreden zu wollen. (…)

Es hat also unter jeder Rücksicht einen guten Sinn, wenn wir fragen, was der Rosenkranz eigentlich bedeutet. Dem einen wird es tiefer erschließen, was er schon kennt und liebt; dem anderen in seiner wahren Gestalt zeigen, was er vorher falsch sah; einem dritten wenigstens das Gefühl geben, daß es sich um etwas Ernsthaftes handelt, über das leichtfertig zu urteilen sowohl gegen die Wahrheit wie gegen Menschen ein Unrecht wäre….“

ROMANO GUARDINI, Der Rosenkranz unserer lieben Frau, Würzburg 1940

Referentin: Annette Austermann, Tannheim

     

 

 

Freitag, 30. November 2007 bis Sonntag, 2. Dezember 2007

 

Freitag, 30. November

Adventliche Besinnung

14.00 Uhr
Adventliches Backen und Basteln mit Kindern aus Mooshausen und Umgebung
Mütter aus Mooshausen und Anne Mohr

19.00 Uhr
Vorweihnachtliches Musizieren
Mooshauser Musikgruppe

„Die Flucht nach Ägypten“
Eine böhmische Geschichte von Otfried Preußler (Fortsetzung von 2006), gelesen von Dr. Antje Kleinewefers

Samstag, 1. Dezember 2007

10.00-16.30 Uhr
Johannes – der Wegbereiter
– Johannes in den Evangelientexten
– Ankündigung und Geburt von Johannes und Jesus im Lukasevangelium
– Theologen über Johannes: Romano Guardini, Josef Weiger, Alfred Delp
– Johannes in der Liturgie des Jahres
– Johannesdarstellungen in der Kunst
– Johannes im Brauchtum
– Zum Abschluß: Adventliche Besinnung in derDorfkirche von Mooshausen

Elisabeth Prégardier (Oberhausen)

Sonntag, 2. Dezember 2007

8.45 Uhr
Einladung zur Eucharistiefeier in der Dorfkirche St. Johann Baptist in Mooshausen

10.00 Uhr
Sehnsucht nach Heimat.
Gedenken an Joseph von Eichendorff zum 150. Jahrestag seines Todes am 26.11. 1857
Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden)

Begleitmaterialien werden angeboten.
Herzliche Einladung zur Teilnahme an allen oder auch einzelnen Veranstaltungen!

 


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