Jahresübersicht 2004


— 2004 —

 

  2.-4. April 2004

Bildung im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft

„… und man weiß nicht, ob man die Jugend lehren soll, was für das praktische Leben nützt, oder das, was zur Tugend führt, oder gewisse hohe und auffällige Dinge. Denn all diese Standpunkte haben ihre Anwälte gefunden.“
Aristoteles, Politik, VIII,5

PISA-Studie, Schulprofil, Schulinnovation und Bildungsstandards sind Schlagwörter, die schnell von der Fachliteratur in die Medien vorgedrungen sind und dort wöchentlich neue Kommentare Berufener und Unberufener provozieren. Werden auf diese Weise aber die wesentlichen Kernprobleme unseres Bildungswesens erfasst? Welche pädagogischen Ziele – jenseits von wechselnden schulpolitischen Forderungen – sind es wert, beharrlich verfolgt zu werden? Müssen unsere Lehrpläne dringend vom Ballast Jahrhunderte alter Bildungstradition befreit werden oder mangelt es ihnen vielmehr schon jetzt an inhaltlicher Substanz? Welche Auswirkungen haben veränderte Sozialisationsbedingungen auf die heranwachsende Generation? In Diskussionen und Referaten sollen die einzelnen Standpunkte vor allem in Hinblick auf größere Zusammenhänge erörtert werden. Im besonderen geht es dabei um die Schulform Gymnasium.

Referenten:
Veronika Wersin (Neusäß), Prof. emer. Dr. Manfred Fuhrmann (Konstanz),
Prof. Dr. Dr. Werner Wiater (Augsburg), Dr. Johannes Schwarte (Münster)

 

     
 


24. April 2004

Wege mit Gertrud von le Fort

Gertrud von le Fort hat sich viele Wege zu eigen gemacht und ist sie bis zum Ende gegangen: Spazierwege, Entdeckungswege, Abschiedswege. Sie hinterließ auf allen diesen Wegen ihre Spuren. Zum Beispiel hat Gertrud von le Fort schon früh das Emigrantenschicksal ihrer walden-sischen Vorfahren als Thema für ihre Dichtung erkannt. In einem Brief an Martin Rade (Boek, 12. Juni 1917) spricht sie in diesem Zusammenhang von dem „großen Bruch, durch den unser höheres Leben zu sich selbst gelangt.“, ohne zu ahnen, daß sie selbst drei Jahre später beim endgültigen Abschied von ihrer Heimat ein ähnliches Schicksal erleiden – und meistern wird. Wer solche Wege der Dichterin gleichsam nach- und mitgeht, macht die eindringliche Erfahrung, daß sich sein Blick zugleich weitet und vertieft. Bisher nie gesehene Zusammenhänge werden wahrgenommen; Wort und Antwort schaffen tröstliche Verbindungen; neue Fragen weisen neue Wege. Renate Krüger bietet sich zur Wegbegleitung an und berichtet auch von eigenen Erfahrungen auf den Wegen der Dichterin.

Referenten:
Dr. Renate Krüger (Schwerin), Dr. Roswitha Goslich MA (München),
Dr. Antje Kleinewefers MA (Krefeld)

 

     
 


16. – 18. Juli 2004

Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegeln

Die Geheime Offenbarung (Apokalypse) ist ein Buch des Trostes, keine Theologie der Geschichte oder der letzten Dinge., sondern ein Trost, den Gott beim Ausgang der Apostelzeit seiner Kirche in die Hand gibt. Als der römische Staat das Christentum deutlich in den Blick bekam, setzte er zwischen sich und dem es das Entweder-Oder. Nun begannen die eigentlichen Verfolgungen und dauerten über zweihundert Jahre – wir tun gut, uns diese Zahl ins Herz zu nehmen.
Wenn man von der Apokalypse etwas verstehen will, muß man sich aus der starren Eingeschlossenheit der täglichen Bilder herausheben und die Gestalten ins Fließen kommen lassen. Man muß lauschend werden, im Geiste folgsam; die Bilder aufnehmen wie sie kommen; in sie hineinspüren, ins Einverständnis mit ihnen gelangen. Dann versteht man – soweit Gott das Verstehen gibt.

Romano Guardini: Der Herr

Referenten:
Martin Brüske DIPL. THEOL., München
Michael Wersin, M.A, Neusäß
Musikwissenschaftler, Musikschriftsteller, Sänger und Gesangspädagoge.
Dr. Gerhard Winkler
Vorstandsmitglied der Fanz-Schmidt-Gesellschaft, Wien

 

     
 


19. – 21. November 2004

Mystik bei Edith Stein und Simone Weil

Edith Stein ist 1917 noch Atheistin – und doch beschäftigt sie sich bereits mit Gotteserlebnissen anderer Menschen, bis sie dann selbst angezogen wird von diesen Ruhe- und Geborgenheitserlebnissen, in denen sie Gottes Wesen erkennt. Später, als erfahrene Christin, schreibt sie 1940/41 über die unterschiedliche Qualität, die ein Glaubensleben haben kann: Durch persönliche Erfahrung kommt das Glaubensleben zu seiner Fülle. Ziel im Glauben sei es, nicht nur für „Profi“-, sondern auch für „Amateur“-Christen: „Den Weg zu Gott selbst frei zu machen“. Simone Weil betrachtet das Schöne als göttliche Anwesenheit. In Referaten und gemeinsamer Lesung von Originaltexten wollen wir in diesem Seminar an einem Punkt – mit Auszügen aus Edith Stein Wege der Gotteserkenntnis (ESGA 17) – in die Tiefe gehen. Bei Simone Weil vertiefen wir uns in die frühe Arbeit „Das Schöne und das Gute“ und in den geheimnisvollen „Prolog“.

Referentinnen:
Dr. Beate Beckmann-Zöller,
Religionsphilosophin, München, freiberuflich
Prof. Dr. Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz,
Religionsphilosophin, TU Dresden

 

 

     
 


27. November 2004

suchen – finden – weitergehen

Dreikönigswege

Besinnung zum Advent

Die heiligen drei Könige als Gestalten des Aufbruchs gehören zum Advent. Wie sie uns in der Hl. Schrift und in der Legende begegnen, mit der reichen Kultur, die sich in der bildenden Kunst, in der Literatur und Musik und im Leben der Völker um die heiligen drei Könige entwickelte, wollen wir an diesem Tag besprechen. Der Weg unter dem Stern, der nach Bethlehem führt, hat angesichts des Verlöschens so vieler anderer Sterne an Bedeutung gewonnen. Sterne sind keine schicksalhaften Mächte. Der Stern von Bethlehem ist ein Zeichen von Hoffnung und Verheißung, das zu immer neuem Aufbruch herausfordert.
In diesem Sinne kann die Spiritualität der heiligen drei Könige des Suchens, Findens und Weitergebens auch unseren eigenen Weg zum Gotteskind in Bethlehem bereichern.

Referentin:
Dr. Renate Krüger, Schwerin
Kunsthistorikerin, Verfasserin zahlreicher Bücher zur Kunst- und Kulturgeschichte

 


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