Jahresübersicht 2000


— 2000 —

 

 

15. Januar 2000

Mit Edith Stein durch das Heilige Jahr 2000

Das ist wichtig für unser Glaubensleben:
Wir brauchen für unseren Weg das Geleit von Brüdern und Schwestern, die vor uns lebten und liebten. Edith Steins wissenschaftliche Arbeit, ihre Berufstätigkeit, ihre jüdische Abstammung mit allen qualvollen Folgen sind für uns wichtig, denn sie gehören zum Schicksal dieser Frau ebenso wie ihr Eintritt in den Karmel. Dies alles zusammen bildet gleichsam den Wurzelgrund, aus dem ihre Weise der Christusnachfolge erwuchs. Edith Stein, die ,,Intellektuelle“ ist vor allem Beterin, ganz tief und schlicht, und sie nimmt ihr Beten mit in ihr ganzes Tagewerk. – Edith Stein, die Jüdin, hat Jesus als den Heiland ihres Volkes erkannt und ihn geliebt, wie vielleicht niemand von uns. – Edith Stein, die im KZ Gemordete, sagt uns: Stärker als der Tod ist die Liebe, die Gott selbst ist. Und wir wissen: Dieser Gott schenkt auch uns seine Treue.
M. Amata Neyer OCD

Referentin:
Elisabeth Prégardier

 

     
 

17.-19. März 2000

„Liebe überwindet die Zeit“ Gertrud von le Fort (1876-1971)

Stimme des Dichters
Wie aber, wenn sich einst am Ende der Tage
Der strenge Engel erhebt, den Namen schallend,
Den einen von allen, der mir allein gehörte:
Aus welchem Grabe werd ich erstehn, aus welchem Schicksal mich sammeln,
Mit welchen Händen erfleh ich im letzten Gericht
Das ewige Erbarmen?
Ich weiß es nicht, mein Gott – ich habe mich längst vergessen.
O faltet die Flügel für mich meine Lieder,
Ihr trauten Gestalten darinnen, bittet, o bittet für mich
Und legt mir liebreich
All euren Reichtum um, den einstmals meinen –
Nur eine Stunde leiht mir die eigene Seele,
Das Leben, das ich euch gab – nur eine Stunde,
Daß ich bestehen kann, denn ach, von allem, was mir gehörte,
Blieb mir nur das Verschwendete und Geschenkte.
Gertrud von le Fort

Referenten:
Dr. Maria Eschbach (Bad Honnef), Dr. Antje Kleinewefers (Krefeld),
Prof. Dr. Hans-Bernhard Wuermeling (Erlangen),
Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden)

 

     
 

24. März 2000

Gemeinsamer Kreuzweg Edith Stein in der Pfarrkirche von Tannheim

Dem Kreuzweg zugrunde liegt die Erforschung der letzten Woche im Leben von Edith Stein,
ihrer Gefährtinnen und Gefährten vom 2. bis 9. August 1942.

In Zusammenarbeit mit dem Edith-Stein-Archiv des Kölner Karmel, den Klöstern der betroffenen Ordensleute in den Niederlanden, den Familien wurden gesammelt: der Hirtenbrief der niederländischen Bischöfe vom 26. Juli 1942, die Berichte über die Verhaftung am 2. August 1942, die 22 Nachrichten, Telegramme und Briefe aus dem zweitägigen Aufenthalt im Lager Westerbork, die Namen und Berichte der 16 Boten, die versuchten haben, die Verhafteten im Lager Westerbork zu sehen und zu sprechen.

1.) Passion im August: Edith Stein Gefährtinnen und Gefährten
2.) „Bei mir, wo ich bin“. Edith Stein Gefährtinnen und Gefährten
Erste Station: Die Verhaftung
Beide Publikation Plöger Medien GmbH, Annweiler

Leitung:
Elisabeth Prégardier

 

     
 

28. Mai –1. April 2000

Barockstern um Mooshausen

Rund um Mooshausen liegen Orte exzellenter Barockarchitektur wie Steinhausen, Ochsenhausen, Ottobeuren und Buxheim, aber auch die unbekannte Wallfahrtskirche Maria Steinbach, über die Pfarrer Josef Weiger eine reizvolle Würdigung verfaßt hat. Eine Sternfahrt zu solchen Orten dient nicht nur dem Sinnengenuß, der kunstgeschichtlichen Ätsthetik. Denn die Kunst des Barock ist wesentlich dem Kult zugeordnet und aus einer „Glaubensinszenierung“ heraus zu erschließen. Daher enthalten die Tage auch ein grundsätzliches Nachdenken über die Funktion sakraler Kunst und über die „Theatralik“ des Heiligen: Wie kann Heiliges sichtbar, hörbar, im Leiblichen wahrnehmbar werden? Barock meint dabei nicht religiöse Selbstbegegnung, sondern ein Einführen in die wirkliche Welt: die neue Schöpfung und die Wirklichkeit Gottes.

Referenten:
Prof. Dr. Bernhard Rupprecht (München), Prof. Dr. Hans-Bernhard Wuermeling (Erlangen), Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden)

Die Tagung konnte aus organisatorischen Gründen leider nicht stattfinden.

 

     
 

19.-21. Mai 2000

Zwei Frauen im Widerstehen: Caritas Pirckheimer u. Gerta Krabbel

Gerta Krabbel: Caritas Pirckheimer. Ein Lebensbild aus der Zeit der Reformation.

Maria Offenberg zu der 1940 von Gerta Krabbel veröffentlichten Studie:
„Gerta Krabbel hat hier ein kleines Meisterwerk der Erzählkunst geschaffen, das, vom ersten Augenblick an spannend, den Leser mitreißt bis zum tragischen Ende dieses zum Aussterben verurteilten Klosters. Eine wohltuende Atmosphäre von wahrheitsgetreuer Berichterstattung, von wissenschaftlicher Exaktheit und Objektivität liegt über diesem Buch Gerta Krabbels, das aus den Quellen und umfangreicher zeitgenössischer Literatur erarbeitet wurde und bei aller Schlichtheit des Wortes den Stempel wissenschaftlicher Arbeit trägt.
Für die Mittragenden der katholischen Frauenbewegung ist es zugleich ein Dokument der Zeit von 1939/ 40, in der es geschrieben und gedruckt wurde: Frucht des eigenen tapferen Widerstandes, mit dem sie mit ihren getreuen, mutigen Mitarbeiterinnen den Kampf um den Bestand des Katholischen Deutschen Frauenbundes aufnahm und durchtrug.“

Referentinnen:
Fernsehjournalistin Dorit Schatz, Nürnberg
Elisabeth Prégardier, Oberhausen

Die Tagung konnte aus organisatorischen Gründen leider nicht stattfinden.

 

     
 

1. Juli 2000

Hildegard von Bingen: Mann und Frau

Hildegard von Bingen
bedenkt die liebende Ergänzung von Mann und Frau im Paradies, ihre unterschiedlichen Rollen im Sündenfall sowie ihre je eigentümliche himmlische Vollendung mit einer Fülle von originellen Aussagen und Bildern. Im Heilswirken Gottes verbinden sich die individuellen Anlagen der Person und das Ziel des ganzen Kosmos. Der Studientag soll wichtige Aspekte der Geschlechterbeziehung vorstellen und in gemeinsamer Lektüre Hildegards Überzeugung erkennen, daß „die Frau für den Mann geschaffen und der Mann der Frau wegen gemacht wurde.“

Referentin:
Dr. Viki Ranff, Dresden

     
 

21.-23. Juli 2000

Theologische Bachforschung: „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“

„Der Actus tragicus ist ein Geniewerk, wie es auch großen Meistern nur selten gelingt und mit dem der Zweiundzwanzigjährige alle seine Zeitgenossen mit einem Schlage weit hinter sich läßt. Ja, man möchte sagen, daß Bachs Kunst in den folgenden Lebensjahren zwar noch sehr viel reifer, aber kaum mehr tiefer geworden ist: Der Actus tragicus ist ein Stück Weltliteratur.“
Alfred Dürr

Tatsächlich haben in Bachs Beerdigungsmusik „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (BWV 106, der sog. Actus tragicus) musikalische Form und theologischer Gehalt eine solche Verdichtung und Verschmelzung erhalten, daß eine Steigerung der hier bei dem noch ganz jungen Komponisten erreichten Vollendung kaum mehr denkbar erscheint; eine Vollendung, die sich gleichwertig neben Kompositionen des Spätwerks behauptet. Lutherisches Christentum findet hier zu einer musikalischen Deutung christlicher Existenz zwischen Zeit und Ewigkeit, Gesetz und Evangelium, Tod und Auferstehung, die in ihrer Tiefe dennoch alle konfessionellen Grenzen sprengt.

Referenten:
Prof. Dr. Hans Maier (München), Prof. Dr. Karl Heinrich Ehrenforth (Reinbek),
Dipl. theol. Martin Brüske (München), Michael Wersin M.A. (Neusäß),
Prof. Veronica Jochum von Moltke (Boston/München)

 

     
 

6.-7. Oktober 2000

Drei Frauen – drei Zeiten

 Die mittlerweile immer plastischer werdende „Frauengeschichte“ Europas hat das Verhältnis von Frau und Mann noch keineswegs hinreichend beleuchtet. Aufarbeitungen ohne klischierte Blickwinkel tun not. Die Studientagung stellt drei Jahrhunderte als unterschiedliche Lebensräume unterschied-licher Frauen vor:
> im 20. Jh. die englische Schriftstellerin (und Krimiautorin) Dorothy Sayers,
> im 17.Jh. die französische Ordensgründerin Johanna Franziska von Chantal,
> im 16. Jh. die spanische Mystikerin Teresa von Avila.

Bei aller Verschiedenheit von Herkunft, Milieu und Temperament
haben diese Frauen gemeinsam:
> ihr Leben nahm nach einer einschneidenden Krise eine andere Richtung,
> in ihrer geistigen Entwicklung spielte ein Mann eine wichtige Rolle, nämlich
Charles Williams, Franz von Sales, Johannes vom Kreuz,
> ihre christliche Existenz wirkte in beträchtlicher Ausstrahlung auf Zeitgenossen und Nachwelt.

Referent:
Dr. Gisbert Kranz, Aachen

 

     
 

20.-22. Oktober 2000

Märchen, Mythen und Symbole bei Werner Bergengruen

Heim in den Anbeginn

Färben die Wolken sich zarter?
Wo gewahrst Du noch Nacht?
Schließe die Augen, Bejahrter,
und so ist es vollbracht.

Fühle: die Ströme vergleiten
rückwärts zum goldenen Quell.
Die verwitterten Zeiten
baden sich jung und hell.

Trauernde Weidenruten
heben sich grün ins Licht,
netzen mit Tropfenfluten,
blinkenden, dein Gesicht.

Uralte Göttersagen
ziehen über dich hin.
Und so wirst du getragen
heim in den Anbeginn.

Werner Bergengruen

Referenten:
Dr. habil Frank Kroll, Prof. Dr. H.-B. Gerl-Falkovitz, Dr. Alexander Bergengruen,
Dr. Luise Hackelsberger-Bergengruen

 

     
 

18. November 2000

Die Kunst zu sterben

Die Menschen fürchten den Tod. Vordergründig fürchten sie einerseits, man könnte ihnen – aus finanziellen oder anderen Gründen – lebenserhaltende Maßnahmen vorenthalten. Andererseits fürchten sie, durch „Apparatemedizin“ an ihrem Sterben sinnlos gehindert zu werden. Beide Ängste gipfeln häufig in dem kurzschlüssigen Wunsch nach Tötung. Die gesetzliche Grundlage – für Freigabe der Tötung auf Verlangen – wird unvermeidlich kommen, wenn es nicht gelingt, solchen Ängsten entgegenzuwirken. Das verlangt vom Patienten die klassische ars moriendi, die Kunst zu sterben. Darin soll ihm eine Sterbebegleitung beistehen. Das verlangt aber auch vom Arzt, unsinnige Bemühungen um die Lebenserhaltung einzustellen und seiner Hilfe ein anderes Ziel, nämlich Lebensqualität bis zum Tod zu geben. Die Abwehr der Euthanasie wird nur möglich, wenn Patienten, ihre Begleiter und die Ärzte sie von der Sterbebegleitung gedanklich und praktisch klar unterscheiden. Diese Unterscheidung soll an dem Studientag erarbeitet werden.Referent:
Prof. Dr. Hans-Bernhard Wuermeling

 

     
 

2. Dezember 2000

Das liturgische „Heute“

Das beste Erbe unserer christlichen Erziehung bleibt dieser Sinn für die ewigen Dinge: Alles schauen und werten im Blick auf die allerletzten Begebnisse in unserem persönlichen Leben und im Leben der Schöpfung; sich mit keinem geringeren Maßstab als dem der Offenbarung begnügen; die Sehnsucht nach Gott und dem ewigen Leben in uns und andern wachhalten;
nicht behäbig werden im Glauben und die letzten Geheimnisse aus dem Bereich des Nachdenkens entgleiten lassen. Josef Weiger in: Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Geistliche Erwägungen. 1935

Referentin:
Elisabeth Prégardier, Oberhausen

 


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